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Nikon DF – Was für eine Schönheit

Heute geht es mal nicht direkt um Hochzeiten bzw. um Paare, sondern um Equipment, was natürlich auch für die Fotografie-begeisterte Braut oder Bräutigam interessant sein könnte. Ich selbst nutze derzeit auf den Hochzeiten die ich begleite Equipment von Nikon und kenne meine Kamerabodys auch In- und Auswendig. Umso mehr freute es mich, als Nikon letztes Jahr im November bekannt gab eine kleine Spiegelreflex-Kamera heraus zu bringen, die vom Styling angelehnt ist an die alten Nikon Kameras wie z.B. der F3 oder FM, aber den Sensor der Nikon D4 verbaut hat. Dazu ist Sie auch noch „relativ“ preiswert. Hier muss ich natürlich mal kurz was einwerfen, denn professionelles Equipment, egal von welcher Firma hat seinen Preis und in der Regel zahlt man dafür auch so einiges. Die eben genannte D4 oder der Nachfolger liegt halt im Bereich um 5.500 bis 6.000 Euro und wenn eine Kamera ähnliches verbaut hat und als Listenpreis 3.000 Euro angegeben hat incl. einem Objektiv, dann ist das schon relativ preiswert.

Als ich das las dachte ich als erstes daran, dass dies die perfekte zweit Kamera für mich wäre. Leicht und klein, dazu ein großartiger Sensor und richtig gut sieht sie ja auch aus, zumindest auf den Presse-Fotos. Also Nikon angerufen und nach einer Teststellung verlangt. Weil ich relativ spät anfragte musste ich auch ein bisschen warten und dann lag Sie endlich auf meinem Schreibtisch, die Nikon DF in Silber.

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Man, was ist die schön, oder? Ich finde Nikon haben es auch geschafft die Fusion von klassischen und modernen Bedienelementen zu vereinen und man findet sich sofort zurecht. Die oberen Einstellräder sind für die ISO-Werte, Belichtungskorrektur und Belichtungszeit zuständig und alles wirkt sehr aufgeräumt. Puristen und Nostalgiker werden Ihre Freude daran haben. Die Menüführung ist Nikon-Typisch und wer schon bei den Gelben ist, der wird sich auch hier sofort zurecht finden. Weiterhin muss man einfach sagen, dass die Kamera sehr gut in der Hand liegt. Sie ist nicht zu groß und nicht zu klein und von Schwer kann auch keine Rede sein. Der Unterschied zu meiner privaten Fuji X-Pro 1 ist nicht erwähnenswert. Nur in der Tiefe trägt die Nikon DF ein bisschen auf. Wir reden hier schließlich auch von einer Vollformat-Spiegelreflex-Kamera und nicht von einer Systemkamera mit APS-C Sensor. Deswegen mag man Ihr das dickere auftreten auch sofort verzeihen.

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In der Regel wird die Nikon DF auch mit einem Objektiv verkauft. Nikon preist es als Retro-Style-Kit an und verkauft die Nikon DF dann mit einem Nikkor-Objektiv AF-S 50 mm 1:1,8. Leider handelt es sich hierbei nur um ein umgestyltes Nikkor AF-S 50/1.8 G, was an das Design der Nikon DF angepasst wurde. Hier hätte ich mir schon gewünscht, dass Nikon eine Version raus bringt mit einem echten Blendenring. Wenn schon Retro, dann aber auch richtig. Die meisten Käufer der Nikon DF haben sicherlich auch schon das eine oder andere Objektiv im Bag, erst recht ein 50mm, egal in welcher Version und da ist es umso ärgerlicher, dass man offiziell die Kamera nur mit Objektiv bekommt, zumal es nur äußerlich angepasst wurde.

So, jetzt aber mal ein paar Details zur DF. Dies scheint eine Kamera zu sein, die auch polarisiert. Da wäre zum einen der Preis. Viele kritisierten das, denn 3.000.- Euro mit einem Objektiv was man nicht unbedingt benötigt, weil es z.B. schon vorhanden ist oder man ein besseres besitzt, sind schon eine Menge. Auf der anderen Seite handelt es sich hierbei um ein sehr durchdachtes System mit einem Sensor, der auch in Nikons Flaggschiff verbaut wird, ein Magnesium Gehäuse, was natürlich exzellent verarbeitet und somit auch entsprechend abgedichtet ist und eine wunderschöne Kamera, die einfach Spaß macht. Wie weit der Preis jetzt noch fallen wird, muss man mal abwarten. Einige Kameras von Nikon sind schon recht preiswert geworden, andere wiederum sind schon recht Preisstabil.

Auf der anderen Seite gab es auch viel Kritik bezüglich des Bedienkonzepts. Da sind die klassischen Einstellräder und auf der Rückseite ein modernes Display mit ein paar „Gummi-Knöpfen“. Natürlich ist das ein Widerspruch, aber sind wir doch mal ehrlich. Die Einstellräder ermöglichen eine schnelle und einfache Bedienung der wichtigsten Elemente, nämlich ISO, Belichtungskorrektur, Zeit, Blende und Modus und sind sehr leicht zu bedienen. Ein versehentliches verstellen ist nicht möglich, weil die Räder bei der Nikon DF durch eine Feststelltaste verriegelt werden. Nicht wie bei meiner Fuji X-Pro 1, wo ich ständig an der Belichtungskorrektur kam. Am Anfang war ich sehr begeistert vom handling, musste dann aber beim Testshooting feststellen, dass man die Nikon DF nicht im dunklen bedienen kann. Es gibt auf der Oberseite ein kleines Display was mich über ein paar Werte informiert wie z.B: Belichtungszeit, Blende und wieviele Fotos noch auf meiner Speicherkarte passen. Leider aber keine Infos über z.B. der aktuellen ISO-Einstellung. Neben dem kleinen Display gibt es eine kleine Taste, die das kleine Display beleuchtet. Leider nur das Display. Bei Dämmerung musste ich wirklich raten was ich einstelle oder durch den Sucher gucken, der mich dann über alles informierte. Leider war das ganze dann nicht sehr Haltungsfreundlich, zumindest nicht für mich, denn die Räder müssen ja entriegelt werden um daran zu drehen und wenn man von oben auf die Kamera guckt, ist es kein Problem, hat man aber die Kamera vor dem Auge und schaut durch den Sucher, dann ist es schon eine Herausforderung alles einzustellen. Hier muss ich aber auch noch erwähnen, dass ich da natürlich durch meine Bodys auch was anderes gewohnt bin und das nur mein persönliches Empfinden ist. Oftmals muss ich auch alles schnell umstellen und kann ja einem Brautpaar nicht sagen, sie sollen mal eben stehen bleiben während Sie die Kirche verlassen, weil ich meine Kamera eben richtig einstelle. Mit ein bisschen Übung ist das sicherlich kein Problem, aber das wäre für mich halt ein Minus-Punkt.

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Wo wir schon bei den Minuspunkten sind. Ich weiß nicht wieso, aber Nikon haben Ihre DF mit nur einem Karten-Slot ausgestattet. Für mich ein absolutes NoGo. Ich speichere immer auf zwei Karten gleichzeitig und die Vergangenheit hat gezeigt, dass dies auch durchaus wichtig ist. Wenn man mal das eine oder andere Urlaubsfoto verliert, dann ist das blöd, aber noch zu verschmerzen. Würde man aber als Profi die Fotos von z.B. einer Trauung verlieren, also einem Moment den man nicht wiederholen kann, dann ist das schon ein anderes Kaliber.

Neben dem Kartenslot befindet sich auch gleich das Fach für den Akku. Die Nikon DF wird hier mit einem EN-EL 14a versorgt und hält ca. 1.000 bis 1.500 Fotos, was durchaus okay ist.

Jetzt aber mal auf zum Praxistest. Meine beiden lieben Kollegen Mona & Ben von Laakmann Photography haben sich freundlicherweise mal zur Verfügung gestellt, damit ich die Nikon DF mal ein bisschen testen kann. Wir sind bei angehender Dämmerung zur Zeche Zollverein gefahren und haben mal das eine oder andere Foto geschossen.

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Was ich erst mal richtig toll fand, war das Gewicht. Die Nikon DF wiegt mit Akku und Speicherkarte irgendwas um die 770Gr., im Gegensatz zu meiner D3s, die dann mal gute 750Gr. Schwerer ist. Das merkt man sofort und schont den Rücken.

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Als erstes hat mich mal interessiert, wie das manuelle Fokussieren mit der DF funktioniert und hier war ich ein wenig enttäuscht. Es gibt kein Fokus-Peaking wie z.B. bei der Fuji X-Reihe, was wirklich genial ist. Es gibt zwar eine Fokussierhilfe, der allseits bekannte grüne Punkt, aber das war es auch schon. Per LiveView kann man noch rein zoomen, aber dann ist es mit einem schweren Objektiv schon schwierig auch die Kamera ruhig zu halten und hier gibt es auch eine kleine Verzögerung. Da hätte ich mir ein bisschen mehr gewünscht.

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Dann der Autofokus. Die Nikon Df wurde mit dem selben Modul ausgestattet wie die Nikon D600 bzw. D610, also mit „nur“ 39 AF-Feldern (Ich bin halt 51 gewohnt), wovon nur 9 Kreuzfeldsensoren sind. Das merkte ich auch sofort, denn am Rand wurde es teilweise schwierig zu fokussieren, wogegen die mittleren Felder immer sehr schnell und sicher Ihr Ziel trafen. Alles in allem aber durchaus okay und brauchbar.

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Bezüglich der ISO-Werte muss man ja eigentlich nichts sagen. Bis ISO 8000 kann man ohne Nachbearbeitung noch sehr gute Ergebnisse erzielen. Hier mal ein Extrem-Beispiel:

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ISO 12.800

So, dann kommen wir mal zu einem kleinen Fazit. Also erst mal ist diese Kamera einfach wunderschön. Es macht richtig viel Spaß damit zu arbeiten und es ist eine Freude dazu auch noch so viel bewährtes und vor allem hochwertiges unterm Gehäuse zu finden. Wer schon bei Nikon ist und das eine oder andere Objektiv sein eigen nennt, wird hier erst recht seine Freude haben. Für mich ist ein sehr großer Vorteil der DF, dass Sie so reduziert ist. Es geht wieder mehr um das fotografieren. Bei der Bedienung muss ich wie früher an richtigen Einstellrädern drehen und muss nicht in irgendwelchen Menüs rumhängen. Man kann keine Videos drehen oder hat sonst welchen Schnick-Schnack dran. Es geht einfach nur um Fotos. Ich persönlich finde diesen Retro Trend eh sehr Vorteilhaft, weil der Fotograf wieder so mehr den Umgang mit seiner Kamera lernen muss bzw. sich vielleicht auch ein bisschen mehr dafür interessiert und am Ende die Ergebnisse vielleicht etwas besser werden. Eigentlich kann man mit der Df absolut nichts falsch machen, wenn man eine gute Vollformat DSLR sucht. Für mich persönlich muss ich schon intensiv darüber nachdenken, weil der fehlende zweite Karten-Slot schon ein K.O. -Kriterium ist.

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Ansonsten eine großartige Kamera für Liebhaber, Puristen und Fotografen die eine kleine leichte Kamera suchen mit Vollformat-Sensor. Hach, ist die schön. Erwähnte ich das schon?Kamera-Test-Nikon-DF_031

Vielen lieben Dank an Mona & Ben, dass Ihr das mitgemacht habt.
Hier geht es zu den technischen Daten der Nikon DF: Klick

Nikon DF – Was für eine Schönheit was last modified: April 22nd, 2014 by Michael Epke-Wessel

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